Hand in Hand gingen am Muttertag

zwei Veranstaltungen des NABU Wettenberg

Hand in Hand gingen am Muttertag zwei Veranstaltungen des NABU Wettenberg: Die Teilnehmer der Vogelstimmenwanderung trafen am Beuerstädter Berg zusammen mit denen der Naturkundlichen Familienwanderung. Gemeinsam bestritt die Gruppe dann eine weitere Strecke durch den Launsbacher Wald in Richtung Mittagseinkehr in Krofdorf-Gleiberg.

Unterwegs erläuterte Revierleiter Udo Steiger näheres zur Waldbewirtschaftung. Nahe der Gesamtschule verwies Steiger auf eine Stelle mit Naturverjüngung von Eichen. „Hier haben wir durch Entnahme eines alten Baumes Licht für den Nachwuchs auf den Boden gebracht. Wegen der Nähe zur Gesamtschule ist diese Stelle hier so gestört, dass das Wild die jungen Bäume kaum verbeißt.“ An anderen Stellen müsste die Naturverjüngung vor dem Wild geschützt werden, um sich zu entwickeln und auch forstwirtschaftlich nutzbare Bäume hervorzubringen. Dass gerade im Launsbacher Wald als Erholungswald die Verkehrssicherung teilweise Vorrang vor der wirtschaftlichen Holzernte hat, wurde an einem anderen Beispiel deutlich. Steiger verwies auf eine trockene Eiche am Macke-Karls-Weg gegenüber der Schule. „Aus ökologischer Sicht ist der Baum sehr wertvoll, mitten im Bestand wo keiner herumläuft, würde ich ihn stehen lassen.“ So aber bergen die starken, trockenen Äste in 20 m Höhe eine Gefahr für die Fußgänger. Hier sah der Förster sich nun Kosten gegenüber, um die Gefahrenstelle zu beseitigen – finanzieller Holzwert gleich null.
Foto: Revierleiter Udo Steiger (vorne links) erläuterte die Beseitigung von nicht mehr standsicheren Fichten im Launsbacher Wald
Foto: Revierleiter Udo Steiger (vorne links) erläuterte die Beseitigung von nicht mehr standsicheren Fichten im Launsbacher Wald

Hangseitig unterhalb des Macke-Karls-Weges wurden im Frühjahr zwei Fichtenbestände entnommen. „Diese waren im Sommer von Borkenkäfern befallen. Die Kronen waren daher noch grün aber im unteren Bereich sah man die Schädigungen.“ Da die Bäume auf einem steilen Hang oberhalb eines viel begangenen Weges standen, sieht man sich in der erhöhten Verkehrssicherungspflicht: „Das heißt hier die doppelte Baumlänge, da ein umkippender Baum auch weitere mitreißen könnte. Das entspricht bei den etwa 35 m hohen Fichten also 70 m Abstand zum Weg, die gesichert werden müssen“, so Steiger. Im kommenden Jahr sollen die Flächen aufgeforstet und durch Gatter vor Wildverbiss geschützt werden. Noch sei nicht klar, welche Baumarten eingesetzt werden sollen, jedoch würden die bereits vorhandenen jungen Bäume erhalten bleiben.

 „Mit unseren Ohren können wir uns ein weiteres Fenster öffnen, um die Vielfalt der Natur zu erleben“, sagte Tim Mattern zu Beginn der Vogelstimmenwanderung. Nach diesem Motto wechselten sich unterwegs die genauere Erläuterung einzelner Vogelarten und ihrer Gesänge ab mit Momenten, in denen er schlichtweg aufgezählte, welche Arten gleichzeitig zu hören waren. So hatten die 14 Interessierten auch die Chance, sich einige Vogelstimmen wie von Nachtigall, Dorngrasmücke oder Sommergoldhähnchen einzuprägen. Deutlich wurde auch, wie wichtig Bäume mit Höhlen im Wald für viele weitere Arten sind. Die Spechte als „Zimmermänner“ sowie Höhlenbildung durch morsch werdendes Holz schaffen somit Brutplätze und Verstecke. Die Gruppe fand Spechthöhlen in denen Stare und Kleiber ihre Jungen fütterten. Außerdem auch ein Brutpaar Buntspechte – beide Altvögel waren dabei Futter für ihre Jungvögel in einem Kirschbaum heranzuschaffen. „Für die erfolgreiche Aufzucht ist es wichtig, dass die Vögel schnell viel geeignete Nahrung finden“, erklärte Mattern. „Insekten sind für die Jungenaufzucht fast aller Vogelarten elementar.“ Nicht immer ist es aber mit dem einfachen Sammeln getan, manche Mahlzeit muss hart erarbeitet werden: Kaum hatte der Vogelschutzbeauftragte erklärt, dass Singdrosseln die Gehäuse kleiner Schnecken auf Steinen zertrümmern, fand man auch eine solche so genannte Drosselschmiede.


 

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